Familienberatung

„Eine positive nahe Beziehung ist erst dann möglich, wenn wir uns gegenseitig in unserer Andersartigkeit anerkennen und respektiere. Erst wenn wir uns auf der Ebene von Gleichwürdigkeit begegnen, können wir in einen Dialog eintreten, der uns gemeinsam weiterbringt.“

Jeper Juul

Die familylab Beratungen bauen auf den prozessorientierten, existentiellen und erlebnisorientierten Ansätzen der beiden Familientherapeuten Walter Kempler und Jesper Juul auf. Weitere Wurzeln der therapeutischen Arbeit sind die Theorien von Irvin D. Yalom, Carl Rogers, Virgina Satir und Fritz Perls. Der/die familylab Berater/in trägt zu einer Atmosphäre bei, die Offenheit fördert und Verschiedenheit zulässt und akzeptiert. Eltern und Teammitgliedern aus verschiedenen Institutionen werden ermutigt, ihre Persönlichkeit einzubringen und sich ihrer selbst bewusst zu werden. Es geht um Fragen wie: Was will ich? Wie fühle ich? Was ist mir wichtig? Wenn jeder sich in der Familie oder Gruppe gesehen, gehört und anerkannt fühlt, kommen Prozesse in Gang, und jeder beginnt seinen eigenen Wert zu fühlen. So ist Entwicklung möglich.

Im täglichen Zusammenleben kommt es immer wieder zu Konflikten, welche zum grössten Teil selbst gelöst werden können. Wenn eine Familie/ein Team selber nicht weiterkommt, lohnt sich eine Familienberatung oder eine Prozessbegleitung. 

Kontakt und Informationen Caroline Märki, cmaerki@familylab.ch, 078 788 38 79

Was ist erlebnisorientierte Familienberatung?
Erlebnisse sind die Bausteine unseres Lebens. Erlebnisse, bei denen es zu Interaktionen mit anderen Menschen kommt (sogenannte „Begegnungen“), sind für die Entwicklung von Fähigkeiten, die wir zur Bewältigung künftiger Erlebnisse brauchen, am wichtigsten. Die Begegnungen, die innerhalb unserer Familie stattfinden – ob damals oder jetzt – fördern und beeinflussen unsere Fähigkeiten am meisten. Ziel der erlebnisorientierten Familienberatung ist es, die Menschen dazu zu bringen, dass sie im Leben gut zurechtkommen. Der Begriff „erlebnisorientiert“ (experiential) soll verdeutlichen, dass die Beratung selbst das Experimentierfeld ist, auf dem wir neue Erfahrungen machen. Es ist keine Beratung, bei der „über etwas geredet“ wird, sondern bei der „gehandelt“ wird. Dadurch, dass wir mit der gegenwärtigen Familie arbeiten, dass wir die Art neuer Begegnungen während der Beratung untersuchen und dass sich der Berater/die Beraterin als Person voll und ganz in die Gruppe einbringt, schaffen wir die wichtigsten Voraussetzungen für das Erreichen unseres Ziels.

Die Rolle des Kindes bei der Familienberatung

Wenn ein Kind Symptome zeigt oder an dem angesprochenen Problem beteiligt ist, sollen Eltern und alle zu Hause lebenden Kinder zur Beratung kommen. Das Kind wird sich, so wie es ihm möglich ist und wie es Lust hat, an dem Beratungsprozess beteiligen. Das kommt Eltern und Berater zugute. Es ist für Kinder jeden Alters von Vorteil, anwesend zu sein, wenn Erwachsene miteinander reden und die Probleme zu lösen versuchen, die in jeder Familie unweigerlich auftauchen. Was nicht bedeutet, dass das Kind immer alles verstehen muss, was gesagt wird, doch profitiert es sehr davon, ein Teil des Prozesses zu sein, der hoffentlich eine positive Veränderung in seinem Leben bewirkt. Die familylab Beraterin/ der familylab Berater achtet darauf, dass weder das Kind noch die Eltern auf die Anklagebank gesetzt werden. Es geht vielmehr darum das Gespräch so zu führen, dass das Kind sich hinterher froher, freier und weniger schuldbeladen fühlt und zudem erlebt hat, dass die Erwachsenen ihren Teil der Verantwortung übernommen haben.

Wenn ein Familienmitglied nicht in die Beratung mit will

Mangel an Bereitschaft zum Mitmachen wird in der Familienberatung im Allgemeinen dadurch verursacht, dass der Betreffende entweder fürchtet, beschuldigt zu werden, zusätzliche persönliche Belastungen auf sich zu laden oder, dass er Vorbehalte gegen Beratung als solche hat.

Die erlebnisorientierte Familientherapie hat sich aus dem humanistisch-existenzialistischen Theorieansatz entwickelt. Seine wichtigsten Protagonisten sind:

Carl Rogers und Fritz Perls
Die klientenzentrierte Gesprächstherapie nach Carl Rogers und die Gestalttherapie nach Fritz Perls sind historisch gesehen die wichtigsten Exponenten der erlebnisorientierten Therapieform. Rogers und seine Mitarbeiter beschrieben die therapeutische Beziehung unter drei Aspekten: Empathie, Echtheit und bedingungsfreie Wertschätzung. Rogers stellte die menschliche Begegnung in den Mittelpunkt des therapeutischen Prozesses und bezeichnete seine Therapieform als „non-directive“. Perls und Rogers waren beide der humanistisch-existenziellen Vorgehensweise verbunden, unterschieden sich aber in ihrem Therapiestil und ihrer Methodik ganz erheblich.

Walter Kempler
…gründete 1979 zusammen mit Jesper Juul, Mogens Lund und Lis Keiser das Kempler Institute of Scandinavia. Kempler war ein enger Mitarbeiter von Fritz Perls, bevor er seine eigene Therapieform mit Familien entwickelte. Nach und nach distanzierte er sich immer mehr von der Gestalttherapie. Die Hier-und-Jetzt-Orientierung, Authentizität und Selbsteinbeziehung des Therapeuten sind in seiner „experiental family therapy“ Grundvoraussetzungen für die Arbeit.

Jesper Juul
…hat das Kempler Institut 25 Jahre geleitet und mit seinen Kolleginnen und Kollegen die Arbeit mit Familien weiterentwickelt. Eins seiner wichtigsten Themen heute ist die Gleichwürdigkeit der Beziehungen in Therapie und Pädagogik. Juul ist durch und durch Praktiker. In seiner über 30-jährigen Praxis mit Familien hat er viele Strömungen und Trends miterlebt. Er beobachtet die gesellschaftlichen Veränderungen und sieht, welche Auswirkungen sie auf die Familien, Kinder und Jugendliche haben. Daraus gewinnt Juul seine Erkenntnisse und passt seine Arbeit den veränderten Gegebenheiten an.

2004 hat Jesper Juul das Unternehmen familylab International ins Leben gerufen. Sein Bestreben ist es, Eltern und Fachpersonen im Zusammenleben mit ihren Kindern zu ermutigen und zu inspirieren. familylab.ch wurde  im 2010 von Caroline Märki-von Zeerleder gegründet , aufgebaut und wird von ihr geleitet.

Irvin David Yalom
…ist einer der weltweit angesehensten Psychotherapeuten. Sein Hauptwerk trägt den Titel „Existenzielle Psychotherapie“. Yalom schreibt: „Für einen existenziellen Therapeuten ist alles verloren, wenn die ‚Technik’ in den Vordergrund gestellt wird, weil das eigentliche Wesen der echten Beziehung darin besteht, dass man nicht manipuliert, sondern sich dem anderen mit seinem ganzen Sein zuwendet.“ (Irvin D. Yalom: Existenzielle Psychotherapie, EHP-Edition Humanistische Psychologie, 4. Aufl. 2005, S. 485)

“Konflikte zwischen Kindern und Erwachsenen verlaufen destruktiv, weil die Erwachsenen die Verantwortung für sich selbst nicht übernehmen. Stattdessen geben sie dem anderen die Schuld.”

Jesper Juul